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ls Zweigstelle der Lungenklinik Davos wurde 1913 im Tessi-

ner Ort Agra eine Lungenheilstätte für Tuberkulosepatienten

eröffnet. Das von der Stiftung «Deutsche Heilstätte» geführte Sa-

natorium war bekannt unter dem Namen «Das Deutsche Haus».

Der Niedergang des Hauses wurde durch den Chefarzt Hanns

Alexander eingeleitet, der die Hakenkreuzfahne auf dem Sanato-

rium hisste und eine NSDAP-Ortsgruppe in Agra gründete. Er

liess Hitler-Bilder aufhängen und verweigerte Juden die Aufnah-

me in das Sanatorium. Er bewirkte eine Polarisierung unter Pati-

enten, Mitarbeitern und der ortsansässigen Bevölkerung. Aller-

dings schritten die schweizerischen Behörden nicht ein und

liessen ihn tatenlos gewähren. Nach dem zweiten Weltkrieg 1945

war das Sanatorium durch NS-Aktivitäten in Verruf geraten und

konnte nicht mehr an frühere Erfolge anschliessen. 1968 erfolgte

die endgültige Schliessung.

Im Jahr 2004 kaufte der Tessiner Unternehmer Silvio Tarchini

das insgesamt 400000 Quadratmeter grosse Grundstück und

beschloss den Umbau in ein Wellnesshotel. Nach jahre-

langem Bewilligungsverfahren bekam die Tarchini-Group im

September 2009 die Genehmigung von Gemeinde und Kanton,

den Umbau unter der Erhaltung der historischen Bausubstanz

durchführen zu dürfen.

Allerdings stellte sich bald heraus, dass die Sicherheit der

Bauarbeiter wegen der maroden Bausubstanz der alten Klinik

nicht gewährleistet war. Im Dezember 2009 sollte der Abriss der

Ruine erfolgen.

Das zweite Leben eines

historischen Gebäudes

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architecture I art I technology I eco

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