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Das zweite Wunder von Bern

Im multifunktionalen Zentrum Europaplatz erhalten Aleviten, Bud-

dhisten, Christen, Hindu und Moslems mit dem Haus der Religio-

nen einen gemeinsamen Ort des Dialogs. An der Umsetzung dieses

weltweit einzigartigen Projekts war auch Saint-Gobain ISOVER AG

beteiligt. Ein Baustellenbesuch im Vorfeld der Eröffnung.

V

on einem zweiten Wunder von Bern sprach man in der Bun-

desstadt, als die Finanzierung des weltweit einzigartigen Pro-

jekts Haus der Religionen 2011 gesichert war. Damals rechneten

viele nicht mehr mit der Verwirklichung der rund 15 Jahre alten

Idee eines interreligiösen Gebets-, Bildungs- und Kulturzentrums.

«Die Hartnäckigkeit der Verantwortlichen, die Unterstützung vieler

Einzelspender und eine unverhoffte Millionenspende verhalfen

uns schlussendlich zum Durchbruch», blickt der Geschäftsführer

David Leutwyler zurück. «Endlich zahlten sich die Geduld sowie

die jahrelange Aufbau- und Vernetzungsarbeit aus.» Es folgten

weitere finanzielle Zusicherungen und von der Immobilienentwick-

lerin Halter AG ein wirtschaftliches und zukunftsweisendes

Gesamtprojekt, mit dessen Umsetzung 2012 begonnen werden

konnte. «Nun blicken wir mit Spannung dem Einzug und der offi-

ziellen Eröffnung entgegen», freut sich Leutwyler.

Vielfalt statt Einfalt

Neben einem Dialogbereich, für dessen Inhalte Leutwyler mit sei-

nem Team verantwortlich ist, finden sich auf den zwei Etagen im

Haus der Religionen nebeneinander Kultusräume von Aleviten,

Buddhisten, Christen, Hindus und Muslimen. Aber auch Baha’i,

Juden und Sikh werden prominent vertreten sein. «Es liegt an uns

allen, das Haus mit Leben zu füllen», nimmt Leutwyler sich und

die anderen Beteiligten in die Pflicht. Das Haus der Religionen ist

Passend zur Weitsicht

der Initianten setzte

die Bauherrschaft auch

bei der Planung

auf Nachhaltigkeit.

das architektonische und kulturelle Herzstück des Zentrums

Europaplatz am gleichnamigen Verkehrsknotenpunkt. Belegen

wird es hingegen nur einen Teil der Gesamtgeschossfläche von

etwa 30000 m

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. Der von den Berner Architekten Bauart und dem

Amsterdamer Büro Urbanoffice entworfene Komplex beherbergt

auch Detailhandel-, Gastronomie- und Büroflächen sowie

88 Mietwohnungen. «Für diese sogenannte Mantelnutzung spra-

chen nicht nur ökonomische Argumente, sondern auch die Tatsa-

che, dass wir so mitten im Leben landen.» Leutwyler verweist

damit auf eine Forderung aus einer Imagestudie für Bern Bümpliz,

die das Stadtplanungsamt Bern im Jahr 1998 präsentierte.

«Damals empfahl der Autor Christian Jaquet, dass für die Aufwer-

tung des hiesigen Stadtteils die Religionsgemeinschaften der Mig-

rationsbevölkerung ihre improvisierten Sakralräume in Hinterhöfen

und Kellern zurücklassen und sich in einem Haus der Kulturen

und Religionen begegnen sollen.» Nicht zuletzt deshalb wurde

Jaquet zu einem der visionären Impulsgeber für das Haus der

Religionen und dessen sozialer und integrativer Funktion.

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