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Initiantin

Verein Haus der Religionen –

Dialog der Kulturen, 3006 Bern

www.haus-der-religionen.ch

Bauherrschaft

Halter AG | Entwicklungen, 8005 Zürich

www.halter.ch/entwicklungen

Grundeigen-

tümerin

Einwohnergemeinde der Stadt Bern

www.bern.ch

General-

unternehmerin

Halter AG | Gesamtleistungen, 3014 Bern

www.halter.ch/gesamtleistungen

Fassadenbau

EDILTECNICA AG, 3322 Schönbühl

www.ediltecnica.ch

Architekten

Planung

Bauart Architekten und Planer AG,

3008 Bern,

www.bauart.ch

Urbanoffice, 1074 VJ Amsterdam

www.urbanoffice.eu

Architekten

Ausführung

Architekten Schwaar & Partner AG,

3006 Bern,

www.schwaar-ag.ch

Autoren

Philipp Grünenfelder / cR Kommunikation AG /

Guido Emmenegger, Saint-Gobain ISOVER AG

Fotos

Philippe Weissbrodt

Ökologische Ansprüche

Passend zur Weitsicht der Initiantinnen und Initianten setzte die

Bauherrschaft auch bei der Planung auf Nachhaltigkeit. So zum

Beispiel bei den energietechnischen Anforderungen an die

Gebäudehülle unter Einhaltung der Minergie-Standards. «Dem

konnte unter anderem mit der Wahl einer effizienten hinterlüfteten

Fassade entsprochen werden», erklärt Stefan Kesselring, stellver-

tretender Projektleiter bei der für die Gesamtkoordination der

Gebäudehülle verantwortlichen Ediltecnica AG. Um die Wärme-

verluste zusätzlich möglichst gering halten zu können, wurden an

Stellen mit besonders vielen Kontaktpunkten wärmebrückenfreie

Konsolen eingesetzt. Und auch die hocheffizienten Dämmstoffe

PB F 032 und ISOLENE P 032 von Saint-Gobain ISOVER AG

leisten mit ihrer hohen Dämmwirkung bei geringer Materialdicke

einen entscheidenden Beitrag zur möglichst schlanken Gesamt-

konstruktion. «Zudem ermöglicht die gewählte Konstruktion einen

Rückbau, der sowohl ökologischen als auch ökonomischen

Bedürfnissen entgegenkommt», verweist Kesselring auf die

Konzeption der Gebäudehülle.

Komplexe Planung

Dafür musste das Ediltecnica-Team ungewohnte Wege gehen,

denn die vorgesehenen Eternitelemente für die Bekleidung waren

von Beginn weg gesetzt und der ganze Planungsprozess musste

auf deren Form und Eigenschaften abgestimmt werden. «Die

damals aus ästhetischen Gründen noch vorgesehene Lochstruk-

tur bedingte quasi eine Umkehrung der Planungsschritte», erklärt

Kesselring, «denn die Profile für ihre Montage durften nur an

genau definierte Stellen neben den Löchern liegen». Das wieder-

um hatte direkten Einfluss auf die Setzung der Unterkonstruktion

sowie zu guter Letzt auf die Gliederung des Tragwerks aus ver-

schraubten Betonelementen. «Mit dem Ergebnis, dass unsere

Detailplanungen für die Fassadenkonstruktion sogar die Lage der

Fensteröffnungen definierte», so Kesselring nicht ohne Berufsstolz.

Anspruchsvolle Logistik

Auffällig ist die Gliederung der Eternitelemente, die einerseits un-

terschiedliche Masse aufweisen und ein scheinbar unregelmässi-

ges Muster ergeben. Andererseits durch deren Oberflächenbe-

schaffenheit ins Auge stechen: «Bestimmte Fassadenelemente

haben eine Textilprägestruktur. Diese hat Eternit zum ersten Mal

in dieser Menge hergestellt», weiss Kesselring. Mit der gesamten

Umsetzung ist er sehr zufrieden. Tatsächlich erstaunt, wie milli-

metergenau der Aufbau trotz ungewohnter Vorgehensweise über

die zehn Stockwerke geklappt hat. Selbst bei der Anbringung der

tonnenschweren Glaselemente und -türen am Haus der Religio-

nen. Eine Knacknuss ergab sich bei der Anlieferung der Baustoffe.

«Wegen den knappen Platzverhältnissen zwischen Strasse, Auto-

bahn und Bahnlinie waren wir auch bei der Anlieferung der insge-

samt 1083 m

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ISOVER-Material vor logistische Herausforderun-

gen gestellt», so der stellvertretende Projektleiter, der für die

Nutzung des Umschlagplatzes, des Krans und des Materiallifts

jeweils frühzeitig online Zeitfenster buchen musste. «Selbstver-

ständlich bedingte dies eine punktgenaue Lieferung durch Saint-

Gobain ISOVER AG. Weil dies immer tadellos geklappt hat, sind wir

auch diesbezüglich nie wirklich ins Schleudern gekommen»,

verteilt er Komplimente.

Vielförmige Eigenleistungen

Massarbeit war auch bei den Handwerkerinnen und Handwerkern

im Innenausbau gefragt. Während etwa in den Wohnungen die

letzten Türgriffe angebracht, die letzten Elektroinstallationen mon-

tiert und einzelne Einheiten vom Reinigungspersonal bereits von

Baustellenstaub befreit werden, waren im Haus der Religionen

auch nach Feierabend noch fleissige Hände aktiv. «Für den Aus-

bau der individuell genutzten Räume sind die einzelnen Religions-

gemeinschaften selbst verantwortlich. Im Hindutempel arbeiten

seit drei Monaten zehn Tempelbauer an den aufwändigen Schrei-

nen», erklärt David Leutwyler beim Rundgang durch die weitläufi-

ge Struktur. «Dass dies eine besondere Baustelle ist, erfährt man

im Gespräch mit Arbeitern und Handwerkern. Ein junger Mann

wollte mir kaum glauben, dass hier nebeneinander Gebetsräume

von Muslimen und Christen entstehen». Leutwyler schmunzelt,

während er die Anekdote erzählt. «Ein anderer war sichtlich stolz,

als er sich bewusst wurde, gerade an einer Wand für eine

Moschee zu bauen.» Stolz können auch all jene Persönlichkeiten

sein, die über Jahre für die Verwirklichung dieses Traums gekämpft

und gearbeitet haben. Das Haus der Religionen ist gebaute Realität

und kein Wunder mehr.

Für den Ausbau

der individuell genutzten

Räume sind die einzelnen

Religionsgemeinschaften

selbst verantwortlich.

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