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Dämmung ist entscheidend

Für ein angenehmes Raumklima im Winter und im Sommer sorgen

weiter eine kontrollierte Lüftung, aussen liegende Textilstoren sowie

spezielle Fensterflügel, die auch nachts zum Querlüften offen blei-

ben können. Weil bei einem eingeschossigen Gebäude das Verhält-

nis von Oberfläche zu beheizter Nutzfläche nicht sehr vorteilhaft ist,

brauchte es entsprechend eine stärkere Dämmung. So gelang es

den Architekten und Planern, die strengen Energievorgaben von

Minergie-P-Eco zu erfüllen. Die Fassadenteile wurden aus Drei-

schichtplatten vorfabriziert. Sie sind in Rahmenbauweise gefertigt

und mit ISOVER-Glaswolle gedämmt, die mit einem natürlichen,

formaldehydfreien Bindemittel hergestellt wird und damit dem ho-

hen Eco-Standard von Minergie entspricht. «Die Dämmstoffe von

Bauherrschaft

Hochbau Stadt Bern, 3000 Bern

www.bern.ch

Architekten

Kast Kaeppeli Architekten GmbH, 3011 Bern

www.kastkaeppeli.ch

Totalunternehmer

Holzbau Partner AG, 3066 Stettlen

www.holzbau-partner.ch

Bauingenieur

Indermühle Bauingenieure GmbH,

3600 Thun,

www.i-b.ch

Haustechnik

Grize Haustechnik AG, 3074 Muri

www.grize.ch

Bauphysiker

E plus U Energie- und

Umweltberatung GmbH, 3011 Bern

www.eplusu.ch

Dämmprodukte

Saint-Gobain ISOVER AG, 1522 Lucens

www.isover.ch

Autoren

Benjamin Gygax / cR Kommunikation AG /

Martin Bohnenblust, Saint-Gobain ISOVER AG

Fotos

Philippe Weissbrodt

ISOVER sind vergleichsweise leicht, das wirkt sich positiv auf die

Energiebilanz für das Minergie-Label aus», sagt Theo Schmid,

«und ein weiterer Vorteil für uns ist, dass wir bereits zugeschnittene

Ware beziehen können.» Die vorfabrizierten Bauteile wurden vor

Ort zusammengesetzt, beplankt und lasiert. Eine Herausforderung

stellte das extensiv begrünte Flachdach dar. Theo Schmid erklärt:

«Die Dachkonstruktion ist nicht hinterlüftet. Deshalb brauchen wir

eine diffusionsvariable Dampfbremse und einen Partner, der garan-

tieren kann, dass diese auch wirklich hält, was sie verspricht.» Aus

diesem Grund kamen Vario-Produkte von Saint-Gobain ISOVER AG

zum Einsatz.

Zwei ineinander geschobene Volumen

Eine Herausforderung war gemäss den Architekten, den Doppelkin-

dergarten auf der schiefwinkligen Parzelle unterzubringen. Das

Baufeld läuft zur Strassenseite spitz zu, und auf der Rückseite

muss zum kleinen Wald ein Abstand von 20 Metern eingehalten

werden. «Südlich und östlich übernimmt das Gebäude die Flucht

der Parzellengrenze», erklärt Thomas Kaeppeli, «die beiden hinte-

ren Ecken liegen auf dem Waldabstand.» Ein rechteckiges Gebäude

hätte auf der Parzelle kaum Platz gefunden, deshalb entwarfen die

Architekten zwei miteinander verbundene Volumen. Adrian Kast:

«So sind die beiden Kindergartengruppen auch von aussen erkenn-

bar.» Die beiden rechteckigen Grundformen sind abgedreht inein-

andergeschoben; dadurch entstanden auf der Vorder- und Rück-

seite zwei Aussenbereiche, die beide durch ein Vordach geschützt

sind. Die Vordächer sollten nicht angehängte Elemente sein,

sondern Bestandteil der Fassade. «Damit das Dach drei Meter aus-

kragen kann, braucht es eine gewisse Höhe», erklärt Thomas

Kaeppeli. Aus dieser technischen Notwendigkeit ergab sich der

markante Dachabschluss.

Mit möbelartigem Charakter

Der Dachabschluss ist mit Deckleisten in regelmässigem Abstand

vertikal gegliedert. Diesen Rhythmus nimmt die Fensterbreite in

der Fassade auf. Adrian Kast erklärt: «Die Fenster sollten ein Be-

standteil der vertikalen Fassadenstruktur sein.» Zudem ist die

Fensterbreite so gewählt worden, dass die Kinder die Fenster leicht

selber öffnen können. Die Fassade der Nebenräume zeigt ein en-

geres Raster. Alle Fassadenelemente sind mit einer Graulasur

behandelt. Die Farbe gleicht jener der Baumstämme und bettet

den Pavillon in die Landschaft ein. Die Farbgebung und die klare

Form dienten aber noch einem weiteren Ziel: «Sie sollten dafür

sorgen, dass das Gebäude einen möbelartigen Charakter erhält»,

sagt Adrian Kast. Damit wollten die Architekten das Gebäude ab-

heben von jenen Holzpavillons aus den 1990er-Jahren, die nach

einem Provisorium aussahen. Um ihre Vorstellung zu realisieren,

setzten sich die Architekten auch dafür ein, dass sogar Fenster-

bänke und Türschwellen aus Holz gefertigt wurden.

Bereit für die Basisstufe

Die Grundform des Pavillons zeigt sich auch in seinem Innern: In

der Schnittmenge der beiden Körper liegt der 50 Quadratmeter

grosse Garderobenraum für die beiden Gruppen. Gefordert waren

ursprünglich zwei separate Garderoben, «aber wir fanden, es wäre

eine Bereicherung, wenn sich die Kinder an einem Ort austau-

schen können», sagt Thomas Kaeppeli. «Zudem kann die grosse

Garderobe als zusätzlicher Bewegungsraum genutzt werden.» Die

Garderobenplätze für je zwei Kinder sind vertikal abgetrennt, so

dass sich viele kleine Nischen ergeben, die den Kindern etwas

Schutz vor Ablenkung bieten und von den Kindern als gemütlicher

Rückzugsort geschätzt werden. «Uns war zudem wichtig, dass

diese Nischen ein Bestandteil des Hauses sind und eine Art

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Raumschicht ergeben», sagt der Architekt. Um die zentrale Garde-

robe herum sind die Räume der beiden Gruppen angeordnet. «Wir

haben beinahe eine gespiegelte Situation», sagt Adrian Kast.

«Es gibt einen grossen Raum sowie einen anschliessenden Grup-

penraum, die dreiseitig orientiert sind.» Parallel dazu liegen die

Materialräume, Lehrerzimmer und Toiletten. Je ein Gruppenraum

wurde verlangt, damit der Kindergarten für die Einführung der Ba-

sisstufe gerüstet ist. Diese würde einen individuelleren Übergang

vom Kindergarten in die Schule ermöglichen.

Der neue Kindergarten

Haspelweg ist das erste

Schulgebäude der Stadt Bern,

das dem Standard

Minergie-P-Eco entspricht.

Das Gebäude bietet ein gutes

Raumklima fur die Kinder,

was die aktuellen Nutzer

bestätigen.

Der dreiseitig ausgerichtete Gruppenraum ermöglicht dank den breiten

Glasfronten den Blick in die grune Umgebung. Die Fensterbreite ist so

gewählt worden, dass die Kinder die Fenster leicht selber öffnen können.

Vertikale Unterteilungen bilden fur je zwei Kinder eine Garderobennische,

Glasturen und Oberlichter sorgen fur Helligkeit und Aussenbezuge.