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Die ersten 1000 Tage RiCyling

®

Gespräch mit Thomas Breu,

CEO Rigips AG

Gipsabfälle werden in der Spezialmaschine fachgerecht in die Hauptkomponenten

Gips und Papier getrennt. Der gewonnene Gips-Rohstoff wird anschliessend zu

100% für die Produktion neuer Alba

®

Vollgipsplatten verwendet.

Thomas Breu, was motivierte die Rigips AG vor drei Jahren dazu,

in das Gipsrecycling einzusteigen?

Erstens die Faszination am Gips selbst: Mir ist kein anderes

natürliches Baumaterial bekannt, das sich praktisch endlos

wiederverwenden lässt. Die Möglichkeit, einen technischen und

ökologischen Entwicklungsschritt auszulösen, erachte ich als

spannende Herausforderung. Weil die Baubranche ein bedeut-

ender Ressourcenverbraucher ist, kommt die Pflicht dazu, diese

Ressourcen sehr umsichtig einzusetzen. Im Fall von Gips heisst

jeder Kubikmeter Rezyklat ein Kubikmeter weniger Abbau im

Steinbruch und weniger ausgelastetes Deponievolumen.

Welche weiteren Umweltschutz-Massnahmen

betreiben Sie noch?

Der angesprochene Gipsabbau erfolgt unter strenger Beobach-

tung durch Behörden und Verbände, was wir begrüssen und nach

Kräften unterstützen. Die Renaturierung ist seit Jahrzehnten

selbstverständlich. Zudem ist eben eine siebenjährige Messperiode

zur CO

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-Reduktion in der Produktion zu Ende gegangen und eine

neue fünfjährige angelaufen. Dank unserer Bemühungen bei

Produktion und Logistik haben wir das beim Bund hinterlegte

Reduktionsziel deutlich übertroffen.

Welches Echo erhielten Sie damals, welches heute?

Wie immer, wenn jemand etwas Neues anpackt, hörten auch wir

unterschiedliche Meinungen. Die Mehrheit aber war schon 2011

positiv, und diese Stimmen haben deutlich zugenommen.

Im Gegenteil: Aufgrund der Nachfrage könnten wir problemlos die

Mengen erhöhen und weitere Recycling-Partner einbinden. Wir

wollen aber auf diesem Gebiet langsam wachsen und noch mehr

Erfahrung sammeln.

Welche Rolle spielen dabei die Behörden?

Die Kantone sind sehr an unserem Konzept interessiert. Sie sind

froh um jede Tonne Gips, die nicht auf ihren Deponien landet, weil

der Platz fehlt und auch hier die Auflagen immer strenger werden.

Haben Sie die ursprünglichen Ziele erreicht?

Was die geografische Abdeckung betrifft, kann ich klar mit Ja

antworten. Wir erreichen jeden Endkunden schweizweit. Die

Nachfrage und damit die Mengen können noch gesteigert werden.

Wie sehen die nächsten drei Jahre aus?

Technologisch wollen wir uns noch weiterentwickeln und in die

Prozesse investieren. Man muss sehen: Wir haben inen ersten

Schritt gemacht und werden noch viele weitere machen.

Autor

Andreas Stettler

Fotos

Rigips AG

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Rigips weihte 2011 an ihrem Produktionsstandort

Granges VS eigens ein RiCycling

®

-Werk ein.

Immer und immer wieder ...

Auf Bestellung liefert Rigips die Sammelbehältnisse (BigBags) aus wieder

verwendbarem Polypropylen direkt auf die Baustellen. Die Verarbeiter sammeln

darin Abschnitte von Gipsbauplatten sowie Gips-Grundputze aller Hersteller.

…lässt sich Gips rezyklieren. Die Aufbereitung und Wiederver-

wendung dieses natürlichen Baustoffes kann – aufgrund seiner

chemischen Eigenschaften – unendlich oft erfolgen. Seit drei

Jahren ist mit Rigips RiCycling

®

ein geschlossener Gips-Kreislauf

in Betrieb, von der Herstellung über den Gebrauch bis zum

Rückbau und zu neuen Produkten. Eine Bilanz.

I

m heutigen Gebäudebestand der Schweiz ist ein Volumen von

schätzungsweise vier Millionen Tonnen Gips und Gipssystemen

verbaut, das voraussichtlich um weitere rund 250000 Tonnen

jährlich steigen wird. Verantwortlich dafür sind die von Investoren,

Bauherren und Planern geschätzte Flexibilität und Wirtschaftlich-

keit sowie der Gestaltungsfreiraum von Gipsbausystemen. Zusätz-

lich gefördert wird der Absatz durch laufend steigende Anforde-

rungenandenBrand- undSchallschutz sowiedieWärmedämmung.

Das führt mit der Zeit auch zu einer Zunahme von Gipsreststoffen

aus Produktion, Verarbeitung und, immer häufiger, Rückbauten.

Erstes Gips-Recycling-Werk der Schweiz

Die Rigips AG hat in Granges VS eigens ein RiCycling

®

Werk

gebaut. Seit 2011 werden dort Gipsabfälle fachgerecht in die

Hauptkomponenten Gips und Papier getrennt. Der gewonnene

Gips-Rohstoff wird anschliessend zu 100% für die Produktion

neuer Alba

®

Vollgipsplatten verwendet. Dadurch werden Deponien

entlastet und der Abbau in schweizerischen Steinbrüchen

spürbar reduziert.

Keine zusätzlichen Fahrten

Neben der Wiederaufbereitung beruht das RiCycling

®

Konzept auf

einer gesamtschweizerischen Logistikkette mit Spezialfirmen. Auf

Bestellung liefert Rigips die Sammelbehältnisse (BigBags) aus

wieder verwendbarem Polypropylen direkt auf die Baustellen. Die

Verarbeiter sammeln darin Abschnitte von Gipsbauplatten sowie

Gips-Grundputze aller Hersteller. Die vollen Säcke werden dann

bei einem RiCycling

®

Partner abgegeben oder von ihm abgeholt,

und zwar auf seiner normalen Transportroute. So lassen sich

zusätzliche Fahrwege vermeiden. Die Koordination des Abholser-

vices liegt beim Rigips Kundencenter. Für grössere Mengen Gips-

reststoffe, z.B. bei Rückbauten von alten Gebäuden, werden diese

durch die RiCycling Partnerfirmen mit üblichen Reststoff-Mulden

von der Baustelle abgeführt, nach definierten Kriterien vorsortiert

und danach in das Aufbereitungswerk der Rigips AG gebracht und

zu neuen hochwertigen Alba

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Vollgipsplatten verarbeitet.

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